Notfallplan: Ausfall oder Störung der Trinkwasserversorgung

Definition

Ein Ausfall oder eine Störung der Trinkwasserversorgung tritt auf, wenn Wasserleitungen beschädigt, kontaminiert oder anderweitig beeinträchtigt sind, was dazu führt, dass Haushalte und öffentliche Einrichtungen nicht ausreichend mit sauberem Wasser versorgt werden können.

Gefahrenanalyse

Mögliche Risiken bei einem Wasserausfall:

  • Mangelnde Trinkwasserversorgung, Gefahr der Dehydration
  • Hygienische Probleme durch fehlendes Wasser für sanitäre Einrichtungen
  • Erhöhtes Risiko von Infektionen und Krankheiten durch kontaminiertes Wasser
  • Einschränkungen im Alltag und der Nahrungsmittelzubereitung

Sofortmaßnahmen-Katalog

  1. Sofortiger sparsamer Umgang mit vorhandenen Wasservorräten
  2. Nutzung von zuvor eingelagerten Trinkwasservorräten oder Flaschenwasser
  3. Informationen über offizielle Wasserverteilungsstellen einholen
  4. Wasser für den Verzehr abkochen, falls Kontamination nicht ausgeschlossen werden kann
  5. Hygienemaßnahmen intensivieren (Händedesinfektion, alternatives Sanitärmanagement)

Erweiterte Maßnahmen

  1. Vorratshaltung von Trinkwasser für mindestens drei Tage (mindestens 2 Liter pro Person pro Tag)
  2. Beschaffung und Nutzung von Wasserfiltern oder Wasserreinigungstabletten
  3. Nutzung alternativer Wasserquellen (z.B. Regenwassernutzung, lokale Quellen) nach sorgfältiger Überprüfung
  4. Koordination mit Nachbarn und Hilfsdiensten zur gemeinsamen Wasserbeschaffung und -verteilung
  5. Dokumentation der Lageentwicklung und Information über Notfalldurchsagen

Checkliste zur Einschätzung der Flucht-Dringlichkeit

Mindestens 3 der folgenden Punkte müssen erfüllt sein, um eine Flucht zu erwägen:

  1. Ausfall der Trinkwasserversorgung dauert länger als 48 Stunden
  2. Keine oder eingeschränkte Möglichkeit, an alternative Wasserquellen zu gelangen
  3. Kontamination der verfügbaren Wasserquellen offiziell bestätigt
  4. Zunahme medizinischer Notfälle aufgrund von Wassermangel
  5. Behörden empfehlen Evakuierung
  6. Versorgung mit Trinkwasser in der Region stark eingeschränkt oder unmöglich

Einschätzung zur Flucht

Die Bewertung richtet sich nach der Lageeinschätzung anhand der Checkliste:

Stufe Beschreibung Maßnahme
0 Kurzzeitiger Wasserausfall, Versorgung mit alternativen Quellen oder Vorräten möglich. Zuhause bleiben, Notvorräte nutzen und Hygiene sicherstellen.
1 Anhaltender Wasserausfall, lokale Versorgung begrenzt, gesundheitliche Risiken steigend. Flucht in ländliche Gebiete mit stabiler Wasserversorgung (z.B. Wendland/Gorleben)
2 Langfristiger Wasserausfall mit ernsten Gesundheitsrisiken, keine lokalen Alternativen verfügbar. Flucht in anderes EU-Land mit gesicherter Wasserversorgung
3 Flächendeckender Zusammenbruch der Wasserversorgung, erhebliche gesundheitliche Risiken und gesellschaftlicher Notstand. Flucht außerhalb der EU