Notfallplan: Nuklearunfall

Definition

Ein Nuklearunfall bezeichnet die unkontrollierte Freisetzung radioaktiver Stoffe aus Kernkraftwerken, Zwischenlagern oder bei Transporten radioaktiven Materials, die zu einer akuten Gefährdung der Bevölkerung, der Umwelt und der Infrastruktur führen kann.

Gefahrenanalyse

Mögliche Risiken bei einem Nuklearunfall:

  • Akute Strahlenkrankheit durch hohe radioaktive Belastung
  • Langfristige Gesundheitsrisiken (z.B. erhöhtes Krebsrisiko)
  • Radioaktive Kontamination von Wasser, Boden und Lebensmitteln
  • Evakuierungsbedarf großer Gebiete
  • Erhebliche gesellschaftliche, wirtschaftliche und psychologische Folgen

Sofortmaßnahmen-Katalog

  1. Gebäude sofort aufsuchen, Fenster, Türen und Lüftungen schließen
  2. Einnahme von Jodtabletten nur auf behördliche Anweisung
  3. Keine Lebensmittel und kein Wasser aus dem Freien konsumieren, um Kontamination zu vermeiden
  4. Schutzkleidung und Atemschutzmasken verwenden, sofern verfügbar
  5. Anweisungen über Radio, Internet und Warn-Apps genau verfolgen

Erweiterte Maßnahmen

  1. Vorbereitung von Notfallgepäck und wichtigen Dokumenten für eine mögliche Evakuierung
  2. Vorräte an Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten für mehrere Tage sichern
  3. Vermeidung von unnötigen Aufenthalten im Freien, um die Strahlenexposition zu minimieren
  4. Einrichtung eines sicheren Aufenthaltsraumes im Inneren (ideal: Keller oder innenliegende Räume)
  5. Familienmitglieder kontaktieren und klare Treffpunkte außerhalb der Gefahrenzone festlegen

Checkliste zur Einschätzung der Flucht-Dringlichkeit

Mindestens 2 der folgenden Punkte müssen erfüllt sein, um eine Flucht zu erwägen:

  1. Offizielle Evakuierungsanordnung der Behörden liegt vor
  2. Nachweisbare Freisetzung von radioaktiven Stoffen in unmittelbarer Nähe
  3. Strahlenbelastung steigt messbar an oder erreicht kritische Werte
  4. Infrastruktur und Versorgung brechen lokal zusammen
  5. Rettungskräfte sind überfordert oder nicht mehr erreichbar

Einschätzung zur Flucht

Die Bewertung richtet sich nach der Lageeinschätzung anhand der Checkliste:

Stufe Beschreibung Maßnahme
0 Begrenzter Nuklearunfall, keine unmittelbare Gefahr, Strahlung kontrolliert und niedrig. Zuhause verbleiben, Schutzmaßnahmen intensivieren.
1 Erhöhte Strahlenbelastung, lokale Evakuierungsempfehlungen, mögliche Langzeitrisiken. Flucht in sichere, nicht betroffene Regionen innerhalb Deutschlands (z.B. Wendland/Gorleben sofern nicht betroffen)
2 Erhebliche radioaktive Freisetzung mit großflächigen Evakuierungen und langfristigen Gesundheitsrisiken. Flucht in ein anderes EU-Land außerhalb der Kontaminationszone
3 Katastrophale Freisetzung mit nationaler Tragweite, umfassende Evakuierung, Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. Flucht außerhalb der EU