Notfallplan: Militärische Bedrohung / Verteidigungsfall

Definition

Ein militärischer Verteidigungsfall beschreibt eine Situation, in der Deutschland aufgrund einer akuten militärischen Bedrohung oder eines bewaffneten Angriffs unmittelbar verteidigt werden muss. Dies führt zu einer massiven Krisenlage mit weitreichenden gesellschaftlichen und infrastrukturellen Auswirkungen.

Gefahrenanalyse

Mögliche Risiken im Verteidigungsfall:

  • Direkte Lebensgefahr durch militärische Handlungen (z.B. Bombardierungen, Feuergefechte)
  • Zerstörung von Infrastruktur und Versorgungswegen
  • Langfristiger Zusammenbruch von Strom-, Wasser-, Lebensmittel- und medizinischer Versorgung
  • Verlust der öffentlichen Ordnung und Sicherheit
  • Erhebliche psychische Belastung und Unsicherheit in der Bevölkerung

Sofortmaßnahmen-Katalog

  1. Sofort sicheren Schutzraum aufsuchen (idealerweise Keller oder Schutzräume)
  2. Offizielle Anweisungen von Behörden und Streitkräften über Radio, Fernsehen oder Warn-Apps verfolgen
  3. Direkte Kampfhandlungen oder militärisch umkämpfte Gebiete meiden
  4. Vorräte an Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Treibstoffen sichern
  5. Nachbarschaftshilfe organisieren, gegenseitige Unterstützung und Schutz gewährleisten

Erweiterte Maßnahmen

  1. Bereitstellung eines Notfallgepäcks (wichtige Dokumente, Medikamente, Kleidung, Notrationen)
  2. Sicherstellung alternativer Kommunikationsmittel (batteriebetriebene Radios, Funkgeräte)
  3. Organisation alternativer Versorgungswege (lokale Landwirtschaft, Brunnen, dezentrale Energieversorgung)
  4. Planung und Festlegung sicherer Fluchtrouten und Treffpunkte für Angehörige
  5. Aufbau und Teilnahme an lokalen Selbsthilfegruppen zur Versorgung und Schutz der Gemeinschaft

Checkliste zur Einschätzung der Flucht-Dringlichkeit

Mindestens 2 der folgenden Punkte müssen erfüllt sein, um eine Flucht zu erwägen:

  1. Offizielle Evakuierungsanordnung oder dringende Empfehlung der Behörden
  2. Kampfhandlungen unmittelbar in der Nähe des Wohnortes
  3. Infrastruktur langfristig zerstört oder massiv beeinträchtigt
  4. Sicherheitskräfte und Rettungsdienste überfordert oder nicht verfügbar
  5. Langfristiger Ausfall der Versorgung (Lebensmittel, Wasser, Medikamente)

Einschätzung zur Flucht

Die Bewertung richtet sich nach der Lageeinschätzung anhand der Checkliste:

Stufe Beschreibung Maßnahme
0 Begrenzte militärische Bedrohung, Schutzräume vorhanden, Versorgung intakt. Zuhause verbleiben, Schutzmaßnahmen ergreifen.
1 Zunehmende Gefährdungslage, lokale Versorgung eingeschränkt, Infrastruktur beeinträchtigt. Flucht in sicherere ländliche Regionen im Inland (z.B. Wendland/Gorleben)
2 Großflächige militärische Aktionen, Infrastruktur massiv geschädigt, Versorgung bricht zusammen. Flucht in sicheres EU-Land
3 Nationale Krisensituation, umfassende Kämpfe, totale Zerstörung der öffentlichen Ordnung und Versorgung. Flucht außerhalb der EU