Notfallplan: Extreme Kälte

Definition

Extreme Kälte bezeichnet eine ungewöhnlich lange Periode mit Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt, die erhebliche Gefahren für Gesundheit, Sicherheit und Infrastruktur birgt.

Gefahrenanalyse

Mögliche Risiken bei extremer Kälte:

  • Unterkühlung und Erfrierungen
  • Gesundheitsprobleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Wasserversorgung beeinträchtigt durch gefrorene Leitungen
  • Erhöhte Gefahr von Heizungs- und Stromausfällen
  • Erhöhte Brandgefahr durch intensiven Heizbetrieb
  • Einschränkungen im Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr

Sofortmaßnahmen-Katalog

  1. Warme Kleidung in mehreren Schichten tragen (Schichtenprinzip)
  2. Räume ausreichend und sicher heizen, Zugluft vermeiden
  3. Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser sichern
  4. Wasserleitungen vor Frost schützen (z.B. ausreichende Isolierung)
  5. Nachbarn, insbesondere Ältere und Hilfsbedürftige, regelmäßig kontrollieren

Erweiterte Maßnahmen

  1. Notfallheizmöglichkeiten (z.B. Campingkocher, Petroleum-Heizgeräte) sicher bereitstellen
  2. Versorgung mit Notstromaggregaten planen
  3. Sicherstellung ausreichender Medikamentenvorräte für chronisch Kranke
  4. Notfallgepäck vorbereiten (warme Kleidung, Decken, Medikamente, Lebensmittel)
  5. Kontakte zu Behörden und Hilfsorganisationen aufrechterhalten

Checkliste zur Einschätzung der Flucht-Dringlichkeit

Mindestens 3 der folgenden Punkte müssen erfüllt sein, um eine Flucht zu erwägen:

  1. Temperaturen unter -15°C für mehrere Tage
  2. Langfristiger Strom- oder Heizungsausfall
  3. Wasserversorgung vollständig ausgefallen oder stark eingeschränkt
  4. Erhöhte Gefahr medizinischer Notfälle durch Kälte
  5. Infrastruktur erheblich beeinträchtigt, Rettungskräfte überfordert oder nicht erreichbar
  6. Offizielle Evakuierungsanordnung durch Behörden

Einschätzung zur Flucht

Die Bewertung richtet sich nach der Lageeinschätzung anhand der Checkliste:

Stufe Beschreibung Maßnahme
0 Kurzzeitige Kälteperiode, Versorgung gewährleistet. Zuhause bleiben, Schutzmaßnahmen durchführen.
1 Anhaltende extreme Kälte, beginnende Infrastrukturprobleme, lokale Versorgungsprobleme. Flucht in wärmere, ländliche Gebiete (z.B. Wendland/Gorleben)
2 Langfristige extreme Kälte, erhebliche Infrastrukturprobleme, starke Versorgungsengpässe. Flucht in wärmere Regionen innerhalb der EU
3 Nationale Notlage durch Kältewelle, Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung und Versorgung. Flucht in ein Land außerhalb der EU mit gemäßigtem Klima