Notfallplan: Cyber-Angriffe auf kritische Infrastruktur

Definition

Cyber-Angriffe auf kritische Infrastruktur umfassen gezielte Attacken auf wichtige Versorgungssysteme und Kommunikationsnetze (z.B. Strom, Wasser, Verkehr, Gesundheit), durchgeführt mittels digitaler Technologien, um deren Betrieb erheblich zu beeinträchtigen oder vollständig lahmzulegen.

Gefahrenanalyse

Mögliche Risiken bei Cyber-Angriffen:

  • Zusammenbruch der Energieversorgung (Blackouts)
  • Ausfall der Wasserversorgung oder Kommunikationsnetze
  • Störung des Gesundheitswesens und der Notfallversorgung
  • Massive wirtschaftliche Schäden und gesellschaftliche Unsicherheit
  • Erhöhte Verwundbarkeit gegenüber weiteren Angriffen

Sofortmaßnahmen-Katalog

  1. Sofortige Sicherstellung alternativer Informationsquellen (Radio, batteriebetrieben, lokale Meldungen)
  2. Nutzung analoger oder nicht-digitaler Kommunikationswege (z.B. analoge Telefone, Funkgeräte)
  3. Überprüfung und Sicherstellung wichtiger Vorräte (Lebensmittel, Wasser, Medikamente)
  4. Vorbereitung auf mögliche Versorgungsengpässe (Bargeldreserve, Notstrom, alternative Wärmequellen)
  5. Intensive Verfolgung offizieller behördlicher Anweisungen und Informationen

Erweiterte Maßnahmen

  1. Vorbereitung und Sicherstellung alternativer Versorgungssysteme (Notstromaggregate, Solarstrom, unabhängige Wasserversorgung)
  2. Einrichtung eines sicheren Treffpunkts für Angehörige bei langfristigem Ausfall der Kommunikation
  3. Aufbau lokaler Gemeinschaftsnetzwerke zur gegenseitigen Unterstützung und Versorgung
  4. Schutz persönlicher digitaler Infrastruktur (regelmäßige Datensicherungen, Nutzung sicherer Passwörter und Systeme)
  5. Enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit Behörden und Notfallorganisationen

Checkliste zur Einschätzung der Flucht-Dringlichkeit

Mindestens 3 der folgenden Punkte müssen erfüllt sein, um eine Flucht zu erwägen:

  1. Infrastruktur lokal massiv beeinträchtigt oder zusammengebrochen
  2. Strom- oder Wasserversorgung länger als 72 Stunden ausgefallen
  3. Kommunikation und Informationsbeschaffung langfristig erschwert oder unmöglich
  4. Medizinische Versorgung stark eingeschränkt oder zusammengebrochen
  5. Erhebliche Sicherheitsprobleme oder soziale Unruhen entstehen
  6. Offizielle Empfehlung oder Anordnung der Behörden zur Evakuierung

Einschätzung zur Flucht

Die Bewertung richtet sich nach der Lageeinschätzung anhand der Checkliste:

Stufe Beschreibung Maßnahme
0 Kurzzeitige lokale Ausfälle, Sicherheitslage stabil, Versorgung weitgehend intakt. Zuhause verbleiben, alternative Kommunikations- und Versorgungsmöglichkeiten nutzen.
1 Anhaltende Störungen der Infrastruktur, lokale Versorgung eingeschränkt, zunehmende Unsicherheit. Flucht in Gebiete mit weniger betroffener Infrastruktur im Inland (z.B. Wendland/Gorleben)
2 Erhebliche und langandauernde Beeinträchtigung kritischer Infrastruktur, erhebliche Versorgungsprobleme. Flucht in anderes EU-Land mit stabiler Infrastruktur
3 Landesweite Katastrophe durch umfangreiche Cyber-Angriffe, gesellschaftlicher Zusammenbruch. Flucht außerhalb der EU